pax christi

 

pax christi – Begegnungsfahrt nach Palästina

 


Samstag, 21. Oktober

4. Tag:

mein Bericht von heute Samstag beginnt mit einem Bild und einer Geschichte. Das Bild: Am Krippenplatz in Betlehem steht in einem Pflanztrog ein Oelbaum mit der Inschrift "Ich bin 500 Jahre alt, ich wurde gegen meinen Willen von meinem Platz in Beit Jala ausgegraben, zusammen mit Tausenden von Oelbaumen in ganz Palaestina, um Platz fuer die Apartheidmauer zu schaffen. Ich bin immer noch am Leben."

Die Geschichte: Im Mittelalter wurde eine Stadt belagert. Als die Essensvorraete zu Ende gingen, schlachteten die Leute den letzten Ochsen, fuellten ihn mit ihrem letzten Getreide und warfen ihn hinunter zu den Belagerern. Diese dachten, dass die Belagerten noch reichlich Essen haben muessten, wenn sie sich solche Scherze erlauben - und zogen ab.

Diesen Willen zum Ueberleben in einer bedrohten Situation, erfuhren wir auch am heutigen Nachmittag: mit einem grossen Event des Arab Education Institute wurde die neue Webseite www.palestine-family.net im grossen Peace Center am Krippenplatz vorgestellt. Es handelt sich um eine interaktive Webseite, bei der Palaestinenser von hier und in der Diaspora Bilder, Texte, Geschichten, Interviews, Rezepte etc. einstellen koennen. Ziel ist es, die Identitaet und Kultur Palaestinas lebendig zu halten, den Kontakt der Palaestinenser untereinander und zu ihrer alten Heimat zu verstaerken, und die Begeisterung der Jugend fuer das Internet zu nutzen, um das Wissen und die Erfahrung der aelteren Generation weiter zu geben. Begleitet wurde die Vorstellung der Webseite von einer Tanzgruppe und einem Dichter, sowie von einer Foto- Ausstellung, die vor allem die lebensfrohe Seite des Landes zeigt. Die Webadresse ist eine wichtige Fundstelle zur Geschichte und zum Alltag in Palaestina.

Am Vormittag hatten wir das Betlehem Museum besucht, in dem vor allem gezeigt wird, wie die Menschen in Palaestina frueher lebten. Beides, Webseite und Museum, sehen wir auch als Zeichen fuer das Bestreben, sich gerade angesichts der Besatzung und der alltaeglichen Demuetigungen auf die eigene Identitaet, Kultur und Geschichte zu besinnen. Viele Gruesse eure Rosemarie

Rosemarie

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