pax christi

 

pax christi – Begegnungsfahrt nach Palästina

 


Freitag, 20. Oktober

3. Tag:

Heute war ein Tag voller Gegensaetze:
Auf dem Weg zur Mauer, wo wir mit der Kindergruppe des AEI "Wallpainting" machen, also Graffitti an die Wand malen oder spruehen wollten, sahen wir Hunderte von Palaestiensern auf dem Weg zum Checkpoint. Sie wollten am Freitagsgebet in der Al Aksa Moschee in Jerusalem teilnehmen, wurden aber nur sehr langsam durchgelassen. Die Schlange der Wartenden wurde immer laenger und auf einmal flogen Schreckschusspatronen.Einige von uns blieben da und beobachteten die Szene: Wir sahen, dass die einen zum Checkpoint durchgelassen wurden, andere nicht und wieder andere vom Checkpoint zurueckgeschickt wurden. Fuer uns ohne ersichtlichen Grund. Ein junger Mann wurde durch Schlaege erheblich verletzt, spaeter flogen auch Traenengaspatronen.
Freiwillige des oekumenischen Begleitdienstes AEPPI beobachteten und fotografierten. Vielleicht konnten sie Schlimmeres verhindern.

Unser naechstes Ziel war Claires Haus, das von der 8 m hohen Mauer von drei Seiten eingeschlossen ist. Das bedeutet u.a. Verlust der wirtschaftlichen Existenz, da sie ihren Souvenirladen aus Mangel an Kundschaft schliessen mussten - Bedrohung durch Schusswechsel zwischen Palaestinensern und israelischen Soldaten - Isolation, da sich kaum mehr jemand zu ihrem Haus wagt - Unsicherheit, weil die palaestinensische Polizei nicht in dieses Gebiet fahren darf. Besonders belastend ist die Situation fuer die Kinder, die nicht mehr draussen spielen koennen.

Einen Ueberblick ueber die gesamte Situation bekamen wir von Dr. Jad Ishak im Zentrum fuer angewandte Forschung. Anhand von Karten zeigte er uns die verschiedenen Teilungsplaene, die alle darauf hinauslaufen, dass Palaestina hoechstens 22% seines urspruenglichen Territoriums behaelt und dass auch dieses zerstueckelt wird von Siedlungen, Siedlerstrassen und Checkpoints. "Der Palaestinenserstaat wird aus einem vereinigten Getto bestehen", so Dr. Iskhak.

Nach so vielen bedrueckenden Informationen und Erfahrungen genossen wir alle den Nachmittag: Wir halfen Anton Murra, einem Mitarbeiter des AEI, bei der Olivenernte. Es ist keine leichte Arbeit, aber Anton ermunterte uns mit traditionellen Olivenpflueckerliedern und wir erinnerten uns an alte Volks- und Fahrtenlieder. Bei Sonnenuntergang hatten wir immerhin so viele Oliven geerntet, dass etwa 20 l Oel gepresst werden koennen. Und wir bekamen eine Ahnung davon, dass die Oelbaeume fuer die Palaestinenser einen hohen Symbolwert besitzen.

Rosemarie

zum Seitenanfang zurück zur Übersicht

zum Seitenanfang
zum Seitenanfang

 

 

Bistumsstelle München - Projekte - Mitarbeiter - Adressen - Büro - Gruppen - Rundbrief - Termine - Aktuelles - Spenden - Impressum - Mail - Home

pax christi - News&Info - Nord/Süd - Rüstungswirtschaft - Friedensdienste - Generationenbrücke - Arbeitsschwerpunkte - Bistumsstellen - Basisgruppen - Zeitschrift