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Die Fahrt nach Ramallah, unserem ersten Ziel, dauert normalerweise nur etwa 30 Minuten. Da aber die direkte Strasse fuer unseren palaestinsischen Bus gesperrt war, brauchten wir die dreifache Zeit, wobei wir noch glatt durch die israelischen Checkpoints kamen.
Nach einem kurzen Besuch beim Grab von Yassir Arafat ging es weiter nach Taibeh, dem einzigen christlichen Dorf in Palaestina. Hier unternimmt die Kirche grosse Anstrengungen, die weitere Abwanderung der Menschen zu verhindern, indem sie Arbeitsplaetze schafft: Eine Oelpresse, in der hochwertiges Olivenoel hergestellt wird – eine Toepferei, die u.a. Oellampen in Form von Friedenstauben fertigt – und die Brauerei fuer das bekannte Taibeh-Bier.
Allein in der Toepferei finden 15 Menschen Arbeit und damit 15 Familien ihre Existenz.
Ganz neu ist das Altenheim, in dem 16 alte Menschen aus der Umgebung leben. Der Gemeindepfarrer, Fr. Raed Abu Sahlie, erklaerte uns, weshalb er sich so fuer die wirtschaftliche Entwicklung einsetzt:
- Die Christen im Heiligen Land wollen nicht fuer immer als Bettler bei den anderen christlichen Kirchen dastehen
- Um weiter in Palaestina leben zu koennen, brauchen die Menschen Arbeit, ein Haus und die Moeglichkeit zur Familiengruendung
- Eine Kirche, die nicht auf die wesentlichen Beduerfnisse der Menschen antwortet, ist nicht die Kirche Jesu Christi
Seine Bitte an uns war: Helft mit, dass wieder mehr Pilger ins Heilige Land kommen und uebt Solidaritaet mit uns, indem ihr fuer den Frieden betet und indem ihr weiter erzaehlt, was ihr gesehen habt. Eine sehr persoenliche Sicht der Situation erfuhren wir von Prof. Ilham Abu Gazaleh: Sie berichtete von den vielen kleinen Schikanen, denen die Menschen ausgesetzt sind und die ihnen das Gefuehl vermitteln, man wolle sie “hinausekeln”, hinaus aus ihrem Land. Neben den vielen wirtschaftlichen Einschraenkungen empfindet sie das Gefuehl des Eingesperrtseins besonders bedrueckend. “Immer, wenn ich meine Verwandten in Jordanien sehe, frage ich sie, ob ich schon zurueckgeblieben wirke.”
Zum Iftar – Essen (dem Fastenbrechen am Abend) trafen wir Lehrkraefte von kirchlichen Schulen in Ramallah und Umgebung. Sie beteiligen sich zwar nicht an dem Streik der staatlichen Schulen. Dennoch sind sie von der Situation betroffen, da die Eltern vieler SchuelerInnen im oeffentlichen Dienst sind und – da sie seit 7 Monaten keine Gehaelter mehr bekommen – haeufig das Schulgeld nicht bezahlen koennen.
Auch von einigen unserer Gastgeber erfuhren wir, dass sie eigentlich wohlhabende Leute waren, dass aber die wirtschaftliche Situation ihre Existenz bedroht, wenn nicht schon vernichtet hat. Rosemarie
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