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pax christi – Begegnungsfahrt nach Palästina

 


Mittwoch, 18. Oktober

1. Tag

Ich sitz e an einem fremden PC mit einer anderen Tastatur und versuche, die wichtigsten Eindruecke des ersten Tages zusammen zu fassen:

Unsere Anreise gestern verlief problemlos bis auf die Ankunft in Tel Aviv: Da wurde eine Teilnehmerin von der Immigration Policy herausgegriffen und nach etwa zweistuendigem Warten gefilzt, ausgefragt und dann freigelassen. Fuer uns war es problematisch, weil wir nicht wussten, was los war und wie lange die Sache dauern wuerde!

Heute wurden wir voll mit der aktuellen Realitaet konfrontiert, als uns der Fuehrer nicht nur die Geburtskirche zeigte, sondern davon berichtete, wie er im Jahr 2002 die Besetzung der Geburtskirche erlebt hatte: Hunger, Bedrohung durch israelische Scharfschuetzen, Tote, Verletzte…

Weiter ging es mit der Darstellung der aktuellen politischen Lage durch Fuad Giacoman, den Leiter unserer Partnerorganisation AEI. Sein Fazit: Die Hamas ist in einer demokratischen und friedlichen Wahl gewaehlt worden, lasst sie endlich regieren. Sie wird sich aendern, sonst wird sie abgewaehlt.
Sein Wunsch an die EU: Hebt endlich die Zahlungssperre auf (die oeffentlichen Angestellten bekommen seit 7 Monaten kein Gehalt mehr, die Lehrer streiken), Seine Bitte an USA und EU: beginnt Friedensgespraeche!

Fluechtlingslager Deheisha: Am Eingang Graffitti mit Szenen aus dem alten Palaestina – Frauen am Brunnen, ein Schaefer, Menschen bei der Landarbeit, eine friedliche Landschaft – und die Inschrift “Do not forget”. Im Lager 12.000 Menschen, davon etwa 7.000 Kinder, etwa 64% Arbeitslose. Das Lager besteht seit 1948 und ist eines der 59 Fluechtlingslager insgesamt.
Im Ibdaa Center versucht man, die Lage etwas ertraeglicher zu gestalten indem man u.a. Frauen die Moeglichkeit gibt, durch Handarbeiten ein kleines Einkommen zu erzielen und indem man mit Kindern und Jugendlichen sportliche und creative Projekte durchfuehrt. Ziel dieser Arbeit ist es nicht zuletzt, zu verhindern, dass “aus Opfern Taeter werden”, wie Kaled Saifi, ein Mitarbeiter des Zentrums erlaeuterte.

Eine ernuechternde Darstellung der Situation einerseits und grosse Visionen andererseits in der ev. Weihnachtskirche bei Mitri Raheb: Er ist enttaeuscht von den europaeischen Kirchen, die nicht den Mut zu klaren Stellungnahmen haben.
In seinem Begegnungszentrum bildet er junge Menschen aus, in der Hoffnung, dass eine Generation von Kuenstlern heranwaechst, die das neue Palaestina praegt. “Wir muessewn Freiraeume schaffen, damit die Menschen atmen koennen”, so seine Absicht.

Rosemarie

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