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heute wurden wir schon beim Morgenimpuls in der Kapelle der Weissen Schwestern mit Problemen konfrontiert: Die Weissen Schwestern hatten bis zum Jahr 2000 ein Gaestehaus und mussten es dann aufgeben, weil kaum mehr Pilger nach Bethlehem kommen. Sie bedauern dies auch deshalb, weil dadurch Arbeitsplaetze fuer PalaestinenserInnen wegfielen.
Vor allem wegen der hohen Arbeitslosigkeit und der damit verbundenen finanziellen Not steigt die Gewalt in den Familien. Eine der Schwestern, die als Familienberaterin arbeitet, berichtete beispielsweise von einem jungen Mann, der ihr mit Traenen in den Augen gestand, dass er seine Kinder geschlagen hat, weil sie um Essen bettelten und er ihnen nichts geben konnte.
Bis vor wenigen Tagen hatten die Schwestern einige Projekte, in denen sie Palaestinenser beschaeftigten. Nun mussten sie die Menschen entlassen, weil sie selbst kein Geld mehr haben. Eine weitere Schwierigkeit sind die kleinen Wohnungen: Nicht selten leben sechs und mehr Menschen in einem Raum. Dies fuehrt nicht nur zu Spannungen und weiterer Gewalt, sondern auch zu sexuellen Uebergriffen unter den Geschwistern.
Probleme anderer Art erfuhren wir in Hebron: Hier lebten Juden und Muslime bis in die Zwanziger Jahre des vorigen Jahrhunderts in friedlicher Nachbarschaft, bis es zu Spannungen und Massakern kam. Heute leben etwa 500 Siedler im Ort und werden von 3.000 Soldaten beschuetzt. Um Zusammenstoesse zu vermeiden, sind bestimmte Strassen fuer Muslime gesperrt. Dennoch kommt es immer wieder zu Uebergriffen durch die Siedler. Beispielsweise kann eine Familie ihr Haus nur ueber kleine Pfade erreichen, und selbst hier werden die Kinder auf dem Weg zur Schule von Siedlern angegriffen. Um das Schlimmste zu verhueten, lebt ein Team der Christian Peacemakers in der Stadt und begleitet unter anderem die Schulkinder dieser Familie. Auch den Peacemakers wurden schon Steine ins Fenster geworfen und sie erhielten sogar Morddrohungen.
Auf unsere Frage, wie sie mit dieser Situation selbst fertig werden, nannten Jane und Abigail, die uns begleiteten, vor allem ihren Glauben und das Bewusstsein, dass Gott sie zu diesem Dienst gerufen hat. Gelegentlich wuerden sie auch eine Art schwarzen Humors entwickeln, durch den sie manches besser ertragen koennten.
Einen Einblick in Kultur und Tradition Palaestinas erhielten wir dagegen im Kulturzentrum in Artas, das in einer der Wohnhoehlen untergebracht ist, in der die Menschen hier frueher lebten. Bei einem traditionellen Essen und Musik auf alten Instrumenten wir eine Ahnung von arabischer Gastfreundschaft.
Rosemarie
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