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heute fuehrte uns Reuven Moskvic, den ja viele von seinen Besuchen in Deutschland kennen, durch Jerusalem. Wer Reuven kennt, kann sich vorstellen, dass die Fuehrung eine hoechst anregende Mischung aus Politik, Geschichte und Kultur war, gemischt mit Geschichten und Anekdoten.
Unvergesslich wird uns sein Mundharmonikaspiel in der St.-Anna-Kirche bleiben: drei Meditationen zu den Psalmversen "Suche den Frieden und jage ihm nach". Stellvertretend fuer andere Friedens- und Menschenrechtsorganisationen besuchten wir die Society of Saint Yves, eine katholische Menschenrechtsorganisation, die u.a. von Misereor und Missio unterstuetzt wird.
Unter dem Motto "Ich bin der Hueter meines Bruders" unterstuetzt die Society of St. Yves Palaestinenser aus Ost-Jerusalem und dem Westjordanland bei der Durchsetzung ihrer Rechte, insbesondere bei
- Familienzusammenfuehrung; wenn ein Partner aus Ost-Jerusalem und der andere aus dem Westjordanland kommt, muessen sie oft Jahre lang getrennt leben und die Kinder wachsen ohne Vater auf
- Abwehr von Hauszerstoerungen: Ein veraltetes Recht aus der Mandatszeit macht es Palaestinensern fast unmoeglich, in Ost-Jerusalem eine Baugenehmigung zu erhalten. Wenn sie dann "schwarz" bauen, riskieren sie die Zerstoerung ihres Hauses und Eigentums
- Einsatz gegen Enteignung von Land: Durch den Siedlungs- und Mauerbau wird Land entgegen dem Voelkerrecht entschaedigungslos enteignet. Die Nutzung fruchtbaren Landes ist durch die knappe Wasserzuteilung erschwert, denn den Palaestinensern steht nur ein Zehntel des Wassers zur Verfuegung, das Israelis erhalten.
- Durchsetzung ihrer Rechte auf soziale Leistungen, z.B. Sozialversicherung, fuer die sie jahrelang bezahlt haben.
Erschwert wird die Situation der Palaestienser in Ost-Jerusalem dadurch, dass sie nicht als isrealische Staatsbuerger gelten sondern als, "permanent residents" (staendige Bewohner) und somit nicht ueber die vollen Rechte eines Staatsbuergers verfuegen.
Die Society of Saint Yves vertritt Einzelfaelle vor Gericht; dadurch hat sie einen guten Einblick in die Lebenssituation der Menschen. Kuenftig will man sich darueber hinaus in grundsaetzlichen Fragen einmischen und ausserdem die Betroffenen intensiv ueber ihre Rechte informieren.
Wie wichtig diese Arbeit ist, zeigt ein Satz aus dem Flyer: "Palaestinenser haben keine Bewegungs- und Versammlungsfreiheit. Sie gelten als schuldig, bis sie selbst beweisen, dass sie unschuldig sind. Doch als Palaestienser koennen sie niemals unschuldig sein. Palaestiensern werden routinemaessig Fingerabdruecke abgenommen, sie werden verhoert, gefangen genommen, illegal besteuert und der legalen Leistungen beraubt, fuer die sie jahrelang bezahlt haben." Rosemarie
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